Bataille de Lützen 2017 – die erste Schlacht der Befreiungskriege im Jahre 1813

Am 2. Mai 2017 jährte sich zum 204. Male die Schlacht bei Großgörschen, auch Schlacht bei Großgörschen oder in der französischen Geschichte „Bataille de Lützen“ genannt. Es war die erste Schlacht der Befreiungskriege und sie fand auf den Ebenen bei Lützen statt.  Ein Sieg der Grande Armee und seiner verbliebenen Verbündeten. Lützen, wo am 16.11.1632 in der gleichnamigen Schlacht des Dreißigjährigen Krieges der Schwedenkönig Gustav-Adolf f

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Sächsische Artillerie im Einsatz

iel. Um den Sieg größer erklingen zu lassen, als der Name „Schlacht bei Großgörschen“ benannte Napoleon Bonaparte diesn Sieg nach dem Ort, in dessen Nähe der große Schwedenkönig gefallen war: „Bataille de Lützen“.
Nach dem Ausfall eins Reenactments in Berlin-Spandau, zu dem ich im Jahre 2013 als Fotograf „gebucht“ war, entschloss ich mich in der darauffolgenden Woche das erste Mal nach Großgörschen zu fahren und einen Tag lang auf dem dortigen „Scharnhorstfest“ das Treiben im Biwak und das Schlachtgeschen zu fotografieren. Es war der 200. Jahrestag der Schlacht. Das gewaltige Biwak und die enorme Anzahl an historischen Darstellern hinterließen bei mir einen prägenden Eindruck und den Entschluß hier jedes Jahr zu fotografieren. Die Veranstaltung im Jahre 2013 konnte man als „Test“ für den 200. Jahrestag der Völkerschlacht im darauffolgenden Oktober

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Das 9. Leichte französischen Infanterie-Regiment im Angriff

sehen, genausso wie im Jahre 2015 im Hinblick auf „Waterloo 200“.
Kurzum: Großgörschen 2017 war für mich die fünfte Teilnahme als Fotograf an der Schlacht und ist in jedem Jahr gesetzt.
Das von Jahr zu Jahr größerwerdende Biwak beeindruckt beim Betreten des Geländes den Besucher. Wer mit dem Fotoapparat oder einem guten Auge für Details ausgestattet ist, der wird schnell sehen, das hier neben den Darstellern viele Details förmlich darauf warten bewundert oder fotografiert zu werden.
Da die Schlacht um 15:00 Uhr beginnt bleiben mir nach Anreise um 9:00 Uhr lediglich 6 Stunden Zeit, um das Treiben auf dem Festgelände und Portraits für meine „Schwarze Serie“ einzufangen

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Major der sächsischen Leibgrenadier-Garde, Portrait für die „Schwarze Serie“

. Nebenbei finden immer wieder Gespräche mit Freunden statt.
Nach „getaner Arbeit“ (Fotografieren) im Biwak und zum Teil auch bei den Ortsgefechten, beziehe ich Stellung in der für mich besten Position am Rande des Schlachtfeldes. Die Brennweiten der Objektive checke ich dann erstmal für das Schlachtfeld ab, da ich dann ziemlich genau weiß, welchen Fotoapparat ich für welche Entfernungen nutzen sollte.
Eine Dreiviertelstunde vor dem offiziellen Beginn der Kampfhandlungen beziehen die ersten Geschütze Stellung auf dem Schlachtfeld. Wie so oft ist es die sächsische Artillerie (Anmerkung: am 2. Mai 1813 waren sächsische Truppen nicht an der Schlacht bei Großgörschen beteiligt).
So langsam ist dann endlich Gefechtslärm aus Richtung Kleingörschen zu vernehmen. Durch die Bäume am Rande des Schlachtfeldes stark verdeckt sieht der Besucher die ersten alliierten Verbände in Richtung Gefechtsfeld vordringen. Schnell ist dann auch die Ausgangsposition erreicht und der Hauptact kann beginnen.
Am beeindruckendsten für mich selbs sind jedes Mal die in Linie vorrückenden sächsischen Truppen.

Die Artillerie hat schon seit einiger Zeit die Kampfhandlungen auf beiden Seiten durch

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Linie der sächsischen Truppen

permanentes Geschützfeuer begleitet. Immer wieder prescht die Kavallerie beiderseits der feindlichen Linien vor und zwingt die Infanterie Carrés /Squares zu bilden. Die Schlacht befindet sich auf dem Höhepunkt und die anwesenden Fotografen und Zuschauer kommen wieder einmal voll auf ihre Kosten.
Währden des Gefechtes, was auch bei allen anderen Gefechten gilt, lohnt es sich immer mal wieder einzelne Personen mit dem Teleobjektiv in den Focus zu nehmen, um Gesichter oder Reaktionen auf den Speicherchip zu bannen.
Die Schlacht nähert sich dem Ende, die alliierten Truppen ziehen sich zurück und die Armee des französischen Kaisers kann ihren Sieg feiern.
Nach Ende der Kampfhandlungen nehmen die Darsteller Aufstellung gegenüber den Zuschauern. Ein weiteres Highlight für Fotografen, können hier doch sehr gut Einzelportraits geschossen werden. Und wer seine Fotoapparat dann schlussendlich noch auf Dauerfeuer stellt, der kann sehr eindrucksvolle Fotos von den angreifenden Darstellern auf das Publikum schiessen.
Bevor es dann wieder nach Hause geht besuche ich noch die Gedenkfeier mit Kranzniederlegung am Scharnhorstdenkmal in Größgörschen, lediglich rund einhundert Meter vom Gefechtsfeld entfernt.
Nach den Ansprachen der Politiker, Organisatoren und des Militärs werden Kränze der Vereine und Verbände am Denkmal des preußischen Militärreformers niedergelegt und die Fahnenschleifen verliehen. Die alliierten Truppen rücken ab und lediglich die Darsteller der sächsischen Leibgrenadier-Garde bleiben vor Ort, die mich am Vormittag um ein kleines Portrait-Shooting für meine „Schwarze Serie“ gebeten haben.
Dies Fotos sind auch im Kasten und ich trete meine rund dreieinhalbstündige Rückfahrt an.

Eines ist aber allen Teilnehmern der Reenactments, nicht nur in Großgörschen klar: Diese Veranstaltungen sollen dem Publikum das Leid der Bevölkerung und der Soldaten näherbringen, will heißen: NIE WIEDER KRIEG.

Für mich persönlich, wie auch für viele der Kameraden aus der Napoleonic, bedeutet das Scharnhorstfest mit der dazugehörigen Schlacht und dem Biwak den Beginn der jährlichen Reenactment-Saison und das Wiedersehen mit Freunden.

Ein herzlicher Dank meinerseits gilt den Organisatoren des Scharnhorstfestes, den mitwirkenden Vereinen und Verbänden, denn unterstützenden Politikern sowie den unzähligen historischen Darstellern, die eine runde Veranstaltung gewährleisteten.

Andreas Springer

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